-
Welcome
Herzlich willkommen auf der Website zum Buch. Freuen Sie sich auf einen erfrischenden Mix aus Leistungskraft & Lebensglück.
Mit anregenden Zutaten aus Brunos Jangada Bar möchte ich Sie inspirieren, Ihren ganz persönlichen Lebenscocktail zu erfinden, zu kreieren, zu schütteln, zu kosten, zu verfeinern, weiterzuentwickeln...und zu genießen.Viel Spaß dabei,
Ralph Goldschmidt

-
Die Nachruf-Übung: Was wird einmal über Sie gesagt werden?
Wir haben uns ja in den letzten Wochen durch die Themen „Entscheiden“ und „Planen“ gebloggt. Wenn Sie nun Ihre Entwicklung oder das, was Sie davon umgesetzt haben, auf den Prüfstein stellen möchten, habe ich heute eine tolle Übung für Sie: Die Übung geht, kurz gefasst, so: Sie stellen sich vor, eines traurigen, trüben Tages frisch verstorben zu sein. Sie liegen im Sarg, der neben der frisch ausgehobenen Grube auf dem Friedhof darauf wartet, versenkt zu werden. Die Trauergemeinde ist da, Familie, Freunde, Kollegen, Umfeld. Sie suchen sich vier Personen raus, je eine aus diesen vier Kreisen. Ihre Aufgabe: Sie verfassen vier Grabreden über sich selbst, für jeden dieser vier Menschen. Was sollten – aus Ihrer Sicht – diese Menschen einmal berechtigterweise über Sie sagen können?
Ich habe diese Übung auch schon mal gemacht, und zwar in einer Zeit, in der ich gerade nicht so gut aufgestellt war. Das habe ich aber erst dadurch überhaupt gemerkt
. Folgendes ist passiert: Ich fange an, wähle aus dem Kreis der Familie meinen Sohn aus, meinen Zweitältesten, der damals gerade ein halbes Jahr alt war. Ich stellte mir vor, er sei zum Zeitpunkt meines Todes schon erwachsen, er stünde am Grab und erzähle von mir. Was sein Vater für ein toller, erfolgreicher Mann gewesen sei, was er alles gut konnte. Wie gut er dies oder jenes drauf hatte. Es floss mir nur so aus der Feder. Welche positiven Charaktereigenschaften er so an den Tag gelegt hatte, wie beliebt er gewesen war und so weiter … und dann wörtlich: „Nur schade, dass ich keine Chance hatte, meinen Vater wirklich kennen zu lernen, denn er hatte ja nie Zeit.“Ich sage Ihnen, ich habe Rotz und Wasser geheult, musste die Übung sofort abbrechen. Meine Güte, das brach nur so aus mir raus. Und wenn Sie so was dermaßen berührt, dann hat das was zu sagen. Zu dieser Zeit war ich nämlich mitten in der Firmengründung, hatte tausend Sachen um die Ohren, habe gerödelt ohne Ende, um das Unternehmen ins Laufen zu bekommen, machte voll mein Ding – dachte ich. Und habe dabei voller Schwung mein Wertesystem auf den Kopf gestellt, denn meine Kinder kamen in diesem Spiel nicht vor. Wäre ich damals tatsächlich gestorben, hätte auf meinem Grabstein stehen können: Er gab alles für die Arbeit – und nichts für den Rest. Probieren Sie’s mal aus, ist ein exzellenter Gradmesser für Ihren Status quo
. -
Freiheit, die ich meine…
Letzte Woche ging es um Entscheidungen, wissen Sie noch? Heute möchte ich gerne noch einmal klar stellen, dass das, was ich da im Blog am Thema „Beziehung“ aufgehängt habe, natürlich auch für den Job gilt
.Love it, change it or leave it – das denke ich zu diesem Thema. Wenn Ihnen Ihre Arbeit keinen Spaß macht, gegen den Strich geht oder Sie sogar krank macht, dann ist es Zeit, eine Entscheidung zu treffen, umzusatteln, sich neue Perspektiven zu erschließen. Wer hat denn überhaupt entschieden, dass Sie heute diesen Job machen? Und nicht einen anderen? Wer hat Sie davon abgehalten, Ihren Traumberuf auszuüben? Wer hat behauptet, dass es nicht möglich ist, sich jetzt noch zu verändern? Waren das nicht Sie?
Oder haben Sie sich etwa verändert? Der Job ist eben nur ein Job, natürlich tut sich da auch etwas, aber die Arbeit bleibt ja in etwa gleich. Ja früher, wissen Sie noch, da war Ihr Hormonspiegel vielleicht noch anders in seiner Zusammensetzung, da haben Sie noch für Ihren Job gebrannt. Heute riechen Sie nur noch die Asche. Schade, aber auch das können Sie ändern.
Nur: Entscheiden Sie sich, anstatt zu jammern. Jammern ist unsexy, sie werden machtlos, manövrieren sich in die Opferrolle. Wenn Sie zu dem Entschluss kommen, dass es in Ihrer momentanen Situation –aus welchen Gründen auch immer – unklug wäre, morgen zu kündigen, dann sagen Sie sich wenigstens einen Satz wie: „Ich behalte ganz entschieden und mit voller Absicht meine Position, meinen Job, weil ich den Preis, den mich die Alternativen kosten würden, bedacht habe und der mir im Moment zu hoch ist. Ich weiß jetzt, was ich will. Zumindest für den Moment.“ Dann ist es IHRE Entscheidung, noch zu bleiben und Sie gewinnen Ihre Freiheit zurück.
Diese Wahlfreiheit ist das größte Geschenk unserer Geburt. Es liegt in unserer Verantwortung, was wir aus unserem Leben machen. Wir wählen unseren Partner, unseren Beruf, unseren Wohnort. Wir sind keine Opfer der Umstände. Diese Freiheit ist aber auch eine große Herausforderung. Der Management-Vordenker Peter F. Drucker hat es mal folgendermaßen ausgedrückt: „Zum ersten Mal hat eine erhebliche, schnell wachsende Zahl von Menschen die Freiheit, zu wählen. Zum ersten Mal müssen sie sich selbst managen. Und darauf ist unsere Gesellschaft in keinster Weise vorbereitet“. Gehen Sie doch mit gutem Beispiel voran…
. -
Sie können nicht nicht entscheiden….
Puuh, jetzt ist wieder Ruhe eingekehrt nach den tollen Tagen hier in Köln….aber es ist sehr interessant, was man so allen beobachten kann, wenn man zu Karneval unterwegs ist. Es ist ja fast schon ein Klischee, aber streitende Paare gehören in dieser Zeit fast schon so zum Straßen- und Kneipenbild wie Clowns und Funkemariechen. Es scheint, dass Karneval es so an sich hat, dass Konflikte und Turbulenzen, die unter der Oberfläche vor sich hin gären, sich ausgerechnet dann ihren Weg suchen.
Er will nach Hause, sie will noch feiern. Oder sie will Händchen halten und er sucht Selbstbestätigung in einem schnellen Flirt. Potenzial für Konflikte gibt es reichlich.
Was viele in so einer Situation aber zu vergessen scheinen, ist eigentlich ganz einfach: Damit, dass sie eine Beziehung eingegangen sind, haben sie eine Entscheidung getroffen. Vielleicht allerdings war das damals eine unbewusste Entscheidung, vielleicht haben sie sich auch nur indirekt durch die Vermeidung von Entscheidungen entschieden, oder haben andere, z. B. den Partner, über ihr Leben entscheiden lassen. Oder haben sich nicht gewehrt und es ist einfach irgendwie so gekommen –was am Ende des Tages alles auf das Gleiche herauskommt. Aber entschieden haben sie sich. So oder so. Da wo sie stehen, haben sie sich selbst hingestellt. Ist so. Basta. Sorry.
Ich will es noch klarer machen: Sie können sich heute nochmal ganz bewusst und verantwortlich dafür entscheiden, wozu Sie sich in der Vergangenheit ohnehin schon entschieden haben – oder, für einige eine sicher eine gute Nachricht: Sie können sich jederzeit neu entscheiden, jetzt zum Beispiel. Zum Beispiel für eine Trennung. Aber dann müssen Sie auch alleine weiter. Wenn Sie das nicht möchten, sollten Sie den Kompromiss suchen: heute nach Hause gehen, morgen wieder weiter feiern? Mal alleine ausgehen und ein bisschen den Flirtfaktor austesten? Oder Karneval mal gemeinsam verreisen und sehen, wie’s gefällt. Möglichkeiten gibt’s genug…Nur entscheiden müssen Sie sich. In diesem Sinne
-
Wann leben Sie?
Hand aufs Herz: Wie sieht Ihr Terminkalender aus? Ich frage das nicht nur mal so: Die meisten planen nämlich nur fremdbestimmte Termine. Klar, Geschäftliches und private Verpflichtungen tragen sie in den Kalender ein. Aber ein netter Abend zuhause oder schön essen gehen zu zweit stehen nicht drin. Und deshalb finden solcheTermine oft einfach nicht statt. Typischerweise wird argumentiert: „Mein Kalender ist geschäftlich, da will ich Privates nicht drin haben!“
Das heißt im Endeffekt aber: „Mein Leben ist geschäftlich, da spielt Privates keine große Rolle!“. Ihre Wahl, klar. Aber leben Sie nur, wenn Sie arbeiten??? Hoffentlich doch nicht… Was den meisten meiner Meinung nach fehlt: Die Themen Familie oder Partnerschaft oder Freunde oder Hobbys im Kalender.
Ich versuche immer, einen Monat im Voraus zu planen: An welchen Tagen bin ich zuhause, wann habe ich Übernachtungen auswärts? Meine Familie weiß so schon ungefähr, was die kommende Zeit ansteht. Das entlastet enorm, denn, wenn sich alle auf meine Abwesenheiten einstellen können, gibt es keine Enttäuschungen: „Wie, du bist morgen Abend gar nicht da?“
Zugegeben, im Kleinklein, in der Detailplanung, habe ich Luft nach oben. Bei der Tagesplanung und der Wochenplanung bin ich nicht so durchgetaktet, sondern eher spontaner als die meisten. Ich kann nun mal nicht planen, ob ich am Freitag um 18:30 Uhr ein Buch lesen will. Oder wann ich mal wieder eine CD hören möchte. Aber ich habe die Erfahrung gemacht: Wenn ich Privates nicht blocke, ist die Zeit garantiert weg. Also blocke ich. Meine Faustregel ist: Alles planen ist dumm, denn die Welt hält sich nicht an deinen Plan. Aber gar nicht planen ist gefährlich. Also: Lieber auf Verdacht Zeit für Privates einfach eintragen. Was kann schon passieren
? Im schlimmsten Fall haben Sie einen freien Abend… Das lässt sich doch verschmerzen, oder? -
Wohl dosierte Selbstorganisation – Wie Sie die Dinge geregelt kriegen
Das Thema dieser Woche ist Organisation. Eigentlich Selbstorganisation, denn Kreativität braucht Struktur. Das war ja das, was mein Freund mir so intensiv und Gewinn bringend klar gemacht hatte: Bring Struktur in Dein Business und Dein Leben wird leichter und besser. Allerdings musste ich da auch bei mir persönlich ans Eingemachte, denn irgendwann wurde mir klar: Bei all den Anforderungen, die auf mich herein prasseln, brauche ich auch selbst in meinem Leben ein gewisses Maß an Organisation. Einen passenden Werkzeugkasten. Also: Nicht überorganisieren bis zur Erstarrung, aber gut durchstrukturieren. Eben ein guter Mix aus Zeitmanagement, Projektmanagement, Informationen organisieren, delegieren und geordneten Entscheidungsprozessen und Techniken, um das Leben übersichtlich zu halten. Ein persönliches Sammelsurium von Tools. Das hilft ungemein beim Balancieren zwischen den konkurrierenden Lebensbereichen.
Das Ergebnis von Selbstorganisation sind nämlich gute Gewohnheiten. Und die Summe von Gewohnheiten heißt Kultur. Zum Beispiel Meetingkultur, Projektkultur, Kultur der Pünktlichkeit und Verbindlichkeit. Kultur der Kundenorientierung. Kultur des respektvollen Umgangs miteinander. Gesprächskultur. Bis hin zur Ess- und Trinkkultur. Und Kultur ist ein absolut erstrebenswerter Zustand.
Allerdings: Glauben Sie niemandem, der Ihnen verkaufen will, dass die XY-Methode der Stein der Weisen ist. Es gibt immer auch noch andere Möglichkeiten, um zu ebenso guten Ergebnissen zu kommen. Eigentlich ist es egal, welche Methoden und Tools oder welches System Sie verwenden, Hauptsache, Sie verwenden überhaupt ein System. Denn sonst gehen Sie unweigerlich im Chaos unter und verzetteln sich.
Suchen Sie sich ein Zeitmanagementsystem, wenden Sie es an, aber werden Sie nicht sein Sklave. Es sollte ein System sein, das die Stapel bekämpft und die Flut der gelben Zettel. Vorsicht: To-Do-Listen sind auch eine Art Stapel. Die wuchernden, unerledigten Arbeiten in Stapelform ständig vor Augen zu haben, das kostet Energie. Je mehr Aufgaben im Kalender terminiert sind, desto weniger stapeln sich – und desto mehr kriegen Sie geschafft. Nutzen Sie das System auch für Privates. Es macht keinen Sinn, aus einer Welt zwei zu machen. Es geht darum, sich das Leben zu organisieren. Und wenn Sie arbeiten, leben Sie schließlich auch. Das gilt zumindest für die meisten von Ihnen, oder
? Denken Sie doch mal drüber nach… -
Delegieren ist Loslassen…
Zurück aus dem Urlaub. Zum Glück ist es beinahe frühlingshaft in Köln, da fällt der Einstieg in die Arbeit leichter… Im Flugzeug habe ich noch mal darüber nachgedacht, was mir letzte Woche so durch den Kopf ging. Wie froh ich darüber bin, dass mein Business so aufgestellt ist, dass ich mich einfach mal für ne Woche ausklinken kann.
Bis ich soweit war, das war natürlich ein Prozess. Der kam in Gang, als ein guter Freund mich darauf ansprach, dass ich wohl total durch den Wind sei: „Kein Wunder“, meinte er, „denn wer 14 Stunden am Tag arbeitet, befindet sich im Zustand tätiger Besinnungslosigkeit“. Ups, dachte ich, komme ich so verbaselt rüber? Und ich kam echt ans Nachdenken, versuchte mich aber noch zu verteidigen: „Erzähl mir nichts, du verstehst nichts von meiner Branche!“ „Nö, aber ich versteh’ was vom Business.“, meinte er trocken. „Wenn du selber chaotisch bist, brauchst du Mitarbeiter, die dich strukturieren. Ist doch logisch. Du brauchst mehr Detailplanung. Du musst deine Kosten im Griff haben. Alles muss sauber kalkuliert werden. Eben die Sachen, die du partout nicht machen willst. Dann muss sie ein anderer machen.“
Klare Worte.
Im Delegieren steckt wahnsinnig viel Potenzial. Als ich das kapiert hatte, hat mein Geschäft einen riesigen Sprung gemacht. Früher habe ich geglaubt, dass ich alles selber machen kann. Ich habe den Aufwand gescheut, zu delegieren. Habe mir gesagt: Das hast du schneller selbst erledigt. Hatte ich aber nicht, weil ich es teilweise einfach nicht drauf habe oder mich davor gedrückt habe. Und dann, als ich kurz vor dem Kollaps stand, hat mir mein Freund den Schalter umgelegt. Mein Ego stand mir im Weg. Heute freue ich mich über jeden Handgriff, den meine Mitarbeiter für mich machen, den sie definitiv besser können als ich, und bin ihnen dankbar.
Und: Man kann auch privat ganz viel delegieren. Putzhilfe, Babysitter, Gassi gehen, Hemden bügeln, Einkaufen. Auch da habe ich eine Weile gebraucht, um das zu kapieren. Warum sollte meine Frau oder ich Stress wegen Hausarbeit haben? Die 20, 30 Euro haben wir glücklicherweise übrig, dass jemand zwei, drei Stunden kommt und uns hilft.
Aber wissen Sie, was das Wichtigste ist: Die erste Frage vor dem Delegieren einer Tätigkeit, die Sie sich selber stellen sollten. Und die lautet: Muss das überhaupt gemacht werden? Die können Sie nur beantworten, wenn Sie Ihre wichtigsten Ziele kennen. Sonst können Sie das nicht entscheiden. Also, ran an den Speck
. Viel Erfolg dabei… -
Lass Deine Schwächen Schwächen sein…
Familienurlaub auf Fuerteventura….20°C, nur ganz leicht bewölkt und windig. Ein Genuss, diese Pause vom Winter. Ich mache mir einen Kaffee und denke an Köln: 3°C, Schneeregen, nasskalt. Zufrieden schlürfe ich den kleinen Schwarzen und meine Assoziationskette geht noch einen Schritt weiter. Köln – das ist auch meine Firma, mein Büro, neue Aufträge, kurzum: meine wirtschaftliche Existenz, Arbeit und viel Action.
Gelassen räume ich die Tasse weg und merke, wie entspannt ich bin. Meine Laune wird schlagartig noch besser. Der Grund dafür ist einfach: Noch vor ein paar Jahren wäre so eine Situation für mich undenkbar gewesen. Entspannt im Urlaub? Weit weg vom „Ort des Geschehens“? Kein Weg. Warum dann jetzt? Ganz einfach: Ich weiß mein Business in guten Händen.
Dazu müssen Sie wissen, ich bin im Vortragsgeschäft. Das ist mein Ding: Vor Leuten reden, meine Erfahrungen weitergeben, das Publikum mitnehmen, begeistern. Dummerweise (für mich) hat das Business auch noch eine andere Seite. Weil es viel Struktur braucht. Reisen müssen organisiert werden. Die Akquise muss weiterlaufen, auch wenn ich viel unterwegs bin. Buchhaltung, Steuern, Terminkoordination – alles total wichtig, aber leider überhaupt nicht mein Ding.
Meine Sache ist das Kreative, der Kontakt zu Kunden und zum Publikum. Ich kann mit Menschen arbeiten, mich auf sie einstellen, sie mitreißen, bewegen, spüren, was gerade läuft und was sie brauchen. Aber das ganze Drumherum ist mir ein Gräuel. Es hat ein paar Jahre gedauert, bis ich das für mich klar hatte. Play to your strengths – lebe Deine Stärken und Du wirst viel erfolgreicher und zufriedener sein. Eigentlich ja eine Binsenweisheit, aber ich dachte immer: Du kannst am besten mit Leuten arbeiten, die genau so ticken wie Du. Was für ein Irrtum!
Jetzt habe ich ein Team, das meine Schwächen abfängt – damit ich mich auf meine Stärken konzentrieren kann. Das konzentriert und konzertiert arbeitet – wenn ich mal wieder von Termin zu Termin düse oder mich auf der Bühne tummele.
Wie gesagt – es war eine Entwicklung und hat gedauert. Die Initialzündung kam, als ein Freund zu mir meinte: „Wenn du dich und dein Business nicht strukturieren kannst, dann versuche es bitte gar nicht. Sondern stelle einfach jemanden ein, der es für dich macht. Und dieser Jemand soll andere Qualitäten und Stärken haben als Du!“
Ich habe den Rat beherzigt – und bin heilfroh darüber! Ich schaue aus dem Fenster – die Sonne kommt raus. Zeit für ein Schläfchen auf der Terrasse
. -
Wie war ich? Zwischen Kontrollwahn und der Sehnsucht, loszulassen
Erinnern Sie sich noch: Nach außen der kontrollierteste Sportler der Welt, im Innern ein Ertrinkender – die Geschichte von Tiger Woods und seiner Sexsucht machte letztes Jahr heftige Schlagzeilen. Absturz, Klinik, Trennung …und so richtig scheint es auch noch nicht über den Berg zu sein. Aber mal abwarten …
Ich habe allerdings so meinen eigenen Blick auf die Zusammenhänge, die einen Mann in den Mahlstrom einer solchen Sucht treiben. Denn diejenigen Typen, die vor lauter Angst vor ihren eigenen Gefühlen eine Maske aufsetzen, haben meist gleichzeitig große Sehnsucht nach starken Gefühlen. Versetzen Sie sich doch mal kurz an Tigers Stelle:
Der beste Golfer der Welt spürt während der großen Turniere maximal, dass er existiert. Dort bekommt er hundertmal am Tag zurückgemeldet, wie toll er ist. Das tut gut: Ich lebe! Zwischendurch, wenn kein Publikum und keine Konkurrenz seine Existenz bestätigt, gähnt die große Leere. Da ist er dann fasziniert von den Frauen, hat aber gleichzeitig Angst vor ihnen – und kompensiert das in immer heftigeren Sex-Szenarien. Langsam, aber sicher geht er dann in seiner Sexsucht unter, vögelt sich um Kopf und Kragen, hat sein Leben im Inneren so wenig unter Kontrolle, dass er sich selbst womöglich alles zerstört und dann alles verliert. Die ersten Sponsoren springen ab, seine Frau springt ab – das Leben des Tigers steht auf Messers Schneide. Dabei steckt hinter all der Sucht die große Sehnsucht: Nicht mehr alles kontrollieren zu müssen. Sich endlich fallen lassen können. Spüren, fühlen, wohltuender Kontrollverlust. Kein Verstellen, keine Maske mehr – so geliebt werden, wie man ist, ob Männlein, ob Weiblein, ob stark oder schwach, gut oder schlecht, nur aus sich selbst heraus leben. Aber was, wenn Sie sich fallen lassen, und niemand fängt Sie auf? Wenn Sie auf diese Frage keine Antwort parat haben, schlägt die Angst zu, die Kontrolle zu verlieren und ins Bodenlose zu stürzen.
Unter anderem deswegen versuchen Männer, ihren Mann zu stehen, bis sie nach einem solchen durchgekämpften Leben flach in der Kiste liegen. Oder sie stellen nach dem Sex die postkoitale Frage: Wie war ich? – anscheinend haben sie keine Idee, wie es war und auf was es dabei überhaupt ankommt. Dann war es für sie nur eine weitere Flucht vor der Leere oder eine Bestätigung durch Leistung –ein echter Mann bringt es, wenn es drauf ankommt.
Zeit für eine kleine Selbstreflexion? Wie sieht‘s bei Ihnen aus mit den starken Gefühlen? Lassen Sie sie zu? Können Sie sich fallenlassen? Testen Sie doch mal, ob Sie sich nicht nur in die Augen schauen, sondern sich auch selbst in den Arm nehmen können. Das gibt Stabilität – von innen. Und dann braucht‘s weniger Bestätigung und Ablenkung von außen, wenn’s mal nicht so gut läuft. Probieren Sie’s aus …
-
Sind Sie ein Gewinnertyp?
Auge um Auge, Zahn um Zahn, Kampf bis aufs Messer: Unsere Vorfahren waren hart im Nehmen, aber auch im Austeilen. Allerdings mit gutem Grund, denn oft genug standen für sie Leib und Leben auf dem Spiel. Wer seine Ziele erreichen und sich durchsetzen wollte, durfte nicht zimperlich sein. Heute wie damals geht es um Status, Luxus, Kampf und Macht. Allerdings heißt gewinnen heute nicht unbedingt mehr, jemanden besiegen zu müssen, im Gegenteil, oft ist Kämpfen bis zum Umfallen eher kontraproduktiv.
Ich muss da an den Schwarzen Ritter in Monty Pythons „Ritter der Kokosnuss“ denken, der sich König Artus in den Weg stellt: Der ist ein echter „Gewinnertyp“ – er gibt nicht so schnell auf …
„An mir kommt niemand vorbei!“ tönt er. Und als im unvermeidlichen Kampf König Artus dem Schwarzen Ritter den linken Arm abschlägt, bagatellisiert der: „Ach, das ist nur ein Kratzer!“ – und kämpft verbissen weiter. Kurz darauf verliert er den zweiten Arm. Das Blut tropft aus beiden Schultern, aber der Ritter gibt nicht auf. Jetzt beginnt er, König Artus mit Fußtritten zu malträtieren. Der König muss mit dem vor ihm herum hampelnden Wrack von einem Ritter weiterkämpfen, wenn er den Sieg davontragen will, und darum geht‘s ja schließlich: „Ihr seid wirklich außergewöhnlich tapfer, Sir, aber der Sieg ist mein! Und Ihr habt keine Arme mehr!“ – „Ach, ist doch nur ne Fleischwunde“, entgegnet der Ritter und tritt dem König in den Hintern. Auch als er dann nur noch auf einem Bein herumhüpfen kann, weil das andere abgehauen im Schmutz liegt, ist noch nicht Schluss: „Ich bin unbesiegbar. Ich spucke dir in die Augen und blende dich!“ Am Ende, nachdem ihm der König auch noch das zweite Bein abgeschlagen hat, balanciert der Ritter auf seinem Rumpf und kommt so langsam zur Einsicht, dass er nicht mehr gewinnen kann: „Also gut, einigen wir uns auf unentschieden!“
Natürlich spaltet Monty Python die Welt in zwei Lager: Die einen lachen sich kaputt bei solchen Sketchen, die anderen schütteln verständnislos den Kopf. Aber auch wenn Sie kein Monty-Python-Fan sind: Diese Karikatur der Leistungsorientierung ist großartig. Sie bringt auf den Punkt, wie absurd es ist, sich zeitlebens immer im Kampf zu sehen.
Ja, wir Männer wollen immer gewinnen. Aber wenn wir nicht untergehen wollen, müssen wir eines Tages begreifen, dass gewinnen nicht grundsätzlich bedeuten muss, den anderen zu besiegen. Lassen Sie es also ruhig mal etwas gemächlicher und überlegter angehen. Nicht im Sinne eines faulen Kompromisses, aber vielleicht, indem Sie Dinge relativieren: Wie viel Krafteinsatz ist wirklich nötig, um meine Ziele durchzusetzen? Gibt es noch einen anderen, sanfteren, besseren Weg als den Kampf, um mein Ziel zu erreichen? Denken Sie mal drüber nach, es könnte sich lohnen …
-
Ein guter Vorsatz, der Sinn macht: mehr Lebensbalance für das Neue Jahr
Vor zwei Wochen haben wir gesehen: Sich selbst zu dem motivieren zu können, was gut für einen ist, das ist eine Fertigkeit, die man sich aneignen kann wie jede andere Fertigkeit auch. Reine Übungssache. Und Übung macht ja bekanntlich den Meister – und Ihr Leben zu einem echten Meisterwerk, wenn Sie konsequent bleiben.
Nun geht es natürlich nicht immer nur um das Umsetzen von Zielen und Vorsätzen, die mit Leistung zu tun haben. Sie können sich ja auch mal vornehmen, einen Gang runter zu schalten. Sie haben nämlich viel mehr Möglichkeiten, die Dinge zu ändern, als Sie glauben. Fragt sich nur, ob Sie erst an den Punkt kommen müssen, wo Sie zusammenklappen (lieber nicht, oder?), oder ob Sie auch schon vorher etwas ändern können.
Fragen Sie sich zum Beispiel: Was sind Ihre Stressoren? Für jeden sind es andere. Für mich ist es zum Beispiel Autofahren, insbesondere im Stau stehen. Das macht mich verrückt. Aber man kann ja Konsequenzen ziehen. Wer hat gesagt, dass ich Autofahren muss? Muss ich nicht. Also kaufe ich seit Jahren die Bahncard 100 und fahre alles, was nur geht, mit der Bahn. Damit geht‘s mir besser.
Was können Sie relativ leicht und schnell umsetzen, damit es Ihnen im Alltag jeden Tag besser geht? Wo können Sie Stress vermeiden oder abbauen? Mit dem Fahrrad ins Büro fahren? Mal „nein“ sagen zu Überstunden? Endlich die Hausarbeit effektiv delegieren, um mehr Zeit mit der und für die Familie zu haben? Möglichkeiten gibt´s genug. Nehmen Sie sich doch mal ein Stündchen Zeit. Machen Sie eine Liste mit fünf konkreten Anti-Stress-Maßnahmen für 2011. Das können kleine Dinge sein, wie z. B. jeden Tag für genug Ruhe für regelmäßige Mahlzeiten zu sorgen. Oder jeden zweiten Tag einfach Mal den Fernseher aus zu lassen. Probieren Sie Dinge aus, finden Sie raus ,wie Sie mehr Ruhe in Ihren persönlichen Rhythmus kriegen.
In diesem Sinne: Einen guten Start für 2011
!